IGS statt Gymnasien – Gymnasien im ländlichen Raum dank Heiligenstadts Reform unter dem Damoklesschwert

Tired Students

Die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt hat mit dem gerade vorgelegten Entwurf für ein neues Schulgesetz eine Revolution in der niedersächsischen Schullandschaft vom Zaun gebrochen, die der JU Landesverband Oldenburg aus mehreren Gründen entschieden ablehnt. Während die Abschaffung des „Turbo-Abiturs“ nach zwölf Schuljahren noch als nachvollziehbar erscheint, strotzt der Gesetzentwurf ansonsten nur so vor Fehlern.
Insbesondere eine Ausweitung der Integrierten Gesamtschule (IGS) lehnen wir ausdrücklich ab, da dadurch die Gymnasien in unserer Region in ihrer Existenz bedroht werden. „Die rot- grüne Landesregierung hat mit dieser Novelle ein weiteres Mal bewiesen, dass sie an dem Erhalt dieser Schulform kein Interesse hat und sorgt insbesondere im ländlichen Raum für weitere Unsicherheit“, so Josef Kuhlmann, Landesvorsitzender der Jungen Union. Die Minis-terin sichere zwar zu, dass auch künftig ein Gymnasium in einer zumutbaren Zeit durch die Schüler/innen erreicht werden könne, aber halte dabei eine Fahrzeit von einer Stunde für zumutbar. . Eine Fahrzeit von einer Stunde ist aus Sicht der JU jedoch gerade für jüngere Schüler/innen nicht zumutbar und führe außerdem dazu, dass es lediglich für ein bis zwei Gymnasien pro Landkreis eine Bestandsgarantie gebe.
Auch im Bereich der Inklusion sind dringend Nachbesserungen am Gesetzentwurf notwendig. Es müssen zwingend mehr finanzielle Mittel für eine bessere Fortbildung der Lehrer be-reitgestellt und die Kommunen bei diesem Thema auch finanzielle unterstützt werden. Voll-kommen überflüssig ist es, dass die Ministerin die Förderschulen Sprache und Lernen einfach aus dem Schulgesetz streicht, ohne eventuelle Erfahrungen aus dem Start der inklusiven Schule abzuwarten. Hier wird voreilig und ohne Rücksicht auf den Willen der betroffenen Eltern eine spezialisierte Schulform vernichtet. Ein weiterer Kritikpunkt in den Augen des JU Landesverbandes ist der Wegfall der Schullaufbahnempfehlung nach der vierten Klasse. Hiermit wird den Eltern ein wichtiger Orientierungspunkt genommen.

Es bleibt aus unserer Sicht daher nur zu hoffen, dass die Ministerin noch zahlreiche Ände-rungen an dem vorgelegten Gesetzentwurf vornimmt, bevor das neue Schulgesetz be-schlossen wird. Sollte diese nicht der Fall sein, dann ist dem Landeselternrat dringen dazu zu raten, sein bestehendes Vetorecht wahrzunehmen und der „rot-grünen Pannenregierung“ ihre Grenzen aufzuzeigen.

Der einzige positive Punkt in diesem Gesetzentwurf ist die Tatsache, dass von den geplanten Lehrentwicklungsberichten Abstand genommen wurde und es auch in Grundschulen weiterhin Noten gibt. Wir können daher nur hoffen, dass dieser Punkt in den Beratungen nicht abgeändert wird, während bei anderen Aspekten eine Abänderung dringend erforderlich ist.

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